Marketing/Vertrieb Stufe 6 Marketing/Vertrieb Marketing wird häufig mit Werbung gleichgesetzt. Werbung ist jedoch nur ein einzelner Aspekt des Marke- tings. Die Idee des Marketing-Mix, die in unten stehender Grafik veranschaulicht ist, verdeutlicht dies sehr gut. Neben der Werbung besteht der Marketing-Mix noch aus dem Produkt selbst mit seinen Eigenschaften, dem Preis des Produkts, den Orten, an denen das Produkt vom Kund:innen erworben werden kann, und den Personen, mit denen der/die Kund:in vor, während oder nach dem Kaufprozess im Zusammenhang mit dem Produkt in Berührung kommt. Ein spezifischer Marketing-Mix ist dabei umso erfolg- reicher, je konsistenter er ist. Kontrollieren Sie deshalb bei Ihrem geplanten Marketing-Mix unbedingt alle möglichen Verknüpfungen (siehe unten stehende Grafik) auf Konsistenz. Beispiele: Wenn Ihr Produkt qualitativ hochwertiger ist als Konkurrenzprodukte, warum wollen Sie es zu Kampf- preisen auf den Markt werfen? Wenn Sie Luxusgüter vertreiben, sind Ihr Service und Ihre Ladenausstattung angemessen? Ist es sinnvoll, einen Internetvertrieb aufzubauen für ein Produkt, dessen Vorteil sich dem Kunden in erster Linie durch Erleben erschließt (z. B. besonders angenehmer Griff etc.)? Bei Dienstleistungen gilt es einige Besonderheiten zu beachten. So ist der direkte Kontakt mit dem/den Kund:innen hier für den Erfolg noch entscheidender als bei einem physischen Produkt, weshalb ihm auch er- höhte Aufmerksamkeit bei der Planung zukommen sollte. Der vielleicht wichtigste Unterschied zwischen einer Dienstleistung und einem physischen Produkt ist jedoch die Tatsache, dass Dienstleistungen nicht gelagert werden können. Ein Hotelzimmer, das heute nicht ver- mietet wurde, kann nicht morgen doppelt bezogen werden. Eine Stunde, in der heute kein Haarschnitt erfolgte, kann nicht morgen bei größerem Andrang zweimal genutzt werden. Machen Sie sich deshalb Gedanken, wie Sie einen Teil der Nachfrage von Stoß- zeiten gewinnbringend auf Randzeiten verlagern können. Preislich interessante Angebote oder ein kosten- loser Zusatzservice beispielsweise können solche Zeiten Der Marketing-Mix Produkt Design, Größe, Qualität, Mate- rial, Verpackung, Betriebsanlei- tung, Garantie etc. Preis Person Werbung Listenpreis, Rabatt, Service- und Ersatzteilpreise etc. Verkaufsberatung, Auftreten des Personals, Support-Funkti- onen wie z. B. Callcenter etc. Werbeaussage, Medien- wahl, Werbeintensität etc. Ort Lage, Erscheinungsbild, Distributionskanäle etc. 16